1. Wann sollte der ertse Zahnarztbesuch stattfinden?

Wir empfehlen den ersten Zahnarztbesuch etwa mit Durchbruch der Milchfrontzähne, spätestens aber mit dem 2. Lebensjahr. Der frühe Erstkontakt ist wichtig, um Ihnen Empfehlungen zu geben wie Sie die Mundgesundheit Ihres Kindes optimal unterstützen können.

2. Welche Vorsorge können wir zu Hause betreiben?

"Karies ist eine Krankheit, die man Tag für Tag bekämpfen muss…..mit der Zahnbürste!"

Die richtige Vorsorge ab dem ersten Milchzahn ist die beste Voraussetzung, um Ihrem Kind die Möglichkeit zu geben, die Zähne ein Leben lang gesund zu erhalten. In den ersten Lebensjahren sind die Eltern für die Zahnpflege ihrer Kinder verantwortlich. Erst mit der Zeit lernt ein Kind, wie man sich selbstständig die Zähne putzt.

Wir freuen uns, Sie dabei mit unserem Prophylaxeteam unterstützen zu können!

Zahnpflege bei Babys und Kleinkindern:
Das erste Zähnchen ist da? Von nun an gehört das tägliche Zähneputzen dazu. Für die ersten beiden Zähne im Unterkiefer ist es ausreichend, wenn Sie diese einmal täglich mit fluoridierter Kinderzahnpasta mit einer alteradäquaten Zahnbürste putzen. Zeigen sich mehr als zwei Zähne müssen Sie morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen die Zähne reinigen.

Ein Leben lang gilt: die Menge der Zahnpasta, die pro Zähneputzen verwendet werden soll, richtet sich immer nach der Größe des kleinen Fingernagels.

Manche Kleinkinder wehren sich über Monate und Jahre gegen das Zähneputzen, aber bleiben Sie stark, Ihr Kind wird es Ihnen danken!

Je selbstständiger Ihr Kind wird, desto eher wird es das Zähneputzen alleine übernehmen wollen. Da es in diesem Alter noch nicht in der Lage ist, seine Zähne ausreichend zu reinigen, müssen die Eltern jedes Mal gründlich nachputzen.

Kinder von 3 bis 6 Jahren
Zweimaliges Zähneputzen pro Tag sollte für Sie und Ihr Kind inzwischen selbstverständlich sein und die Abwehr gegen das Zähneputzen sollte nun auch der Vergangenheit angehören. Ab dem 4. Lebensjahr ist Ihr Kind alt genug in kleinen Schritten eine systematische Putztechnik zu erlernen. Sie sind als Eltern in dieser Zeit aber immer noch gefordert, die Zahnputzversuche Ihres Kindes zu beaufsichtigen und restliche Beläge durch Nachputzen zu entfernen.


3. Dürfen wir elektrisch putzen?

Wenn es Ihrem Kind mehr Freude macht elektrisch die Zähne zu putzen und Sie so besser nachputzen können, dann spricht nichts gegen die elektrische Zahnbürste. Auch schon bei den ganz Kleinen. Grundsätzlich kann eine optimale Reinigung der Zähne aber genauso gut mit der Handzahnbürste erfolgen.

4. Braucht mein Kind Fluoride?

Fluorid ist ein essentielles Spurenelement in unserem Organismus, das u.a. den Zahnschmelz härtet. Die Fluoridmenge, die wir als natürlichen Bestandteil unserer Nahrung täglich aufnehmen, ist jedoch zumeist unzureichend für die Kariesprophylaxe.

Eine zusätzliche Fluoridgabe macht die Zähne widerstandsfähiger gegen die Säureangriffe der Bakterien. Wir beraten Sie, welche Form der Fluoridzufuhr für Ihr Kind am sinnvollsten ist.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen

lokaler Fluoridierung:

  • fluoridhaltige Zahnpasta und Spüllösung
  • Fluorid-Lacke oder –Gele

und

systemischer Fluoridierung:

  • Ernährung (fluoridiertes Speisesalz)
  • Tabletten

Weitere Informationen finden Sie auch unter:
www.zzq-berlin.de

5. Müssen wir auf Zucker verzichten?

Nein!
Natürlich birgt Zucker ein Risiko. Niedermolekulare Kohlenhydrate werden leicht von den Kariesbakterien verstoffwechselt und die entstehenden Säuren, sowie der niedrige pH können den Zähnen schaden.
Machen Sie sich und Ihrem Kind daher die Gabe von Zucker bewusst.

  • legen Sie Naschzeiten fest
  • achten Sie auf zuckerfreie Hauptgetränke
  • bieten Sie Ihrem Kind als Zwischenmahlzeiten Gemüse und Obst an
  • auch zuckerfreie Kaugummis sind empfehlenswert

6. Wie lange dürfen wir den Schnuller geben?

Nuckeln ist ein natürlicher Vorgang und befriedigt elementare Bedürfnisse des Babys. Allerdings sollte der Schnuller idealerweise mit dem 3. Geburtstag Ihres Kindes abgewöhnt werden. Denn es können Zahnfehlstellungen hervorgerufen oder angeborene Fehlstellungen verstärkt werden. Ein paar Tipps: Geben Sie einen Schnuller nur, wenn das Kind sonst am Daumen lutscht; vermeiden Sie es, den Schnuller als "Tröster" einzusetzen

7. Wann fallen die Milchzähne aus?

Grundsätzlich spricht man von zwei Wechselgebissphasen.

Die erste beginnt etwa im Alter von 6 Jahren. Die Milchfrontzähne im Ober- und Unterkiefer werden langsam lockerer, fallen aus und die neuen Schneidezähne kommen. Parallel stellt sich in jedem Quadranten ein bleibender Backenzahn ein. Man spricht von den vier 6-Jahr-Molaren.

Als nächstes schließt sich die Ruhephase an, bis etwa zum 10. Lebensjahr.
Mit der zweiten Wechselgebissphase fallen dann die Milcheckzähne und –molaren aus. Wieder stellt sich parallel ein Backenzahn pro Quadrant ein. Ihr Kind ist jetzt ungefähr 12 Jahre alt und der Zahnwechsel ist abgeschlossen.

8. Der bleibende Zahn bricht hinter dem Milchzahn durch, muss etwas unternommen werden?

Es ist keine Seltenheit, dass die bleibenden Unterkieferfrontzähne hinter den noch vorhandenen Milchzähnen durchbrechen (Haifischzähnchen). In der Regel löst sich dieses Problem von selbst und die Zunge schiebt anschließend die neuen Zähne nach vorne. Manchmal muss man beim Wackeln allerdings auch nachhelfen. Um diese Situation richtig einschätzen zu können bitten wir Sie, sich mit Ihrem Kind bei uns vorzustellen.

9. Was heißt Zähne versiegeln und braucht mein Kind eine Versiegelung?

Alle Zähne mit einer durch Furchen (Fissuren) und Grübchen zerklüfteten Oberfläche sind besonders kariesgefährdet. Denn tiefe Fissuren bieten Speiseresten und damit den Bakterien gute Haftungsmöglichkeiten und werden von der Zahnbürste nur schwer oder gar nicht erreicht.

Prophylaktisch kann man diese Zähne mit einer Versiegelung (einem dünnfließenden Kunststoffmaterial) schützen.

Voraussetzung ist ein vollständig durchgebrochener Zahn. Zudem sollten die Zähne unter adäquater Trockenheit versiegelt werden können. Die erste Versiegelung der bleibenden Zähne kann wahrscheinlich 6-18 Monate nach Durchbruch der Zahnkrone erfolgen.

Bei guter Kooperation Ihres Kindes kann auch die Versieglung der Milchzähne von großem Vorteil sein.

Weitere Informationen finden Sie auch unter:
www.zzq-koeln.de

10. Was tun wir bei einem Zahnunfall?

In jedem Fall ist es notwendig zügig den Zahnarzt aufzusuchen. Liegt eine starke Blutung vor, dann sollten Sie Ihr Kind auf eine Gaze oder ein Stofftaschentuch beißen lassen.

Grundsätzlich können wir zwischen einer Lockerung, einer Fraktur (Bruch) des Zahnes, und einem vollständigen Zahnverlust unterscheiden

  • Gelockerte und verschobene Zähne werden belassen; nur das Zusammenbeißen darf nicht behindert sein
  • Abgebrochene Zahnfragmente oder die gesamte Zahnkrone eines bleibenden Zahnes sollten unbedingt aufgesucht werden; diese können häufig zur Rekonstruktion des Zahnes wiederverwendet werden
  • Ist der Zahn komplett mit Zahnkrone inklusive Wurzel herausgeschlagen gilt: fassen Sie hierbei bitte nie die Zahnwurzel, sondern immer nur die Zahnkrone an und reinigen Sie niemals den Zahn
    Innerhalb von 20 min muss der Zahn feucht (idealerweise in der SOS Zahnrettungsbox, oder im Dentosafe) gelagert werden. Alternativ und nur für kurze Zeit können Sie H-Milch (Sterimilch) oder isotone Kochsalzlösung verwenden.
    Je schneller ein vollständig ausgeschlagener bleibender Zahn wieder eingesetzt wird, desto höher ist die Chance, dass dieser wieder anwächst

    Bleibende Zähne können sehr oft gerettet werden, wenn sie sofort spätestens nach 20 min nach Unfall in einer Zahnrettungsbox gelagert werden!

    Sind Milchzähne herausgeschlagen, werden sie nicht zurück in das Zahnfach gesetzt, da die Gefahr zu groß ist, den darunter liegenden bleibenden Zahn zu schädigen. Bitte suchen Sie auch bei einem Trauma im Milchgebiss Ihren Zahnarzt auf.

11. Der bleibende Zahn hat einen gelblichen Farbton

Häufig erschrickt man über die Farbe der neu durchbrechenden Zähne. Sie erscheinen sehr gelblich. Sie haben Recht, der bleibende Zahn ist dunkler als der Milchzahn, denn er hat eine dickere Dentinschicht. Es erscheint einem aber auch viel dunkler, weil er neben einem bläulich, weißen Milchzahn steht. Sobald alle bleibenden Zähne durchgebrochen sind werden Ihnen die Zähne sehr viel heller erscheinen.

12. Der bleibende Zahn hat gelblich-braune Flecken. Wir können sie nicht wegputzen. Was ist das?

Wahrscheinlich handelt es sich um die sogenannte MIH (Molaren Incisiven Hypomineralisation). Hierbei geht es um eine Schmelzbildungsstörung, dessen genaue Ursache noch nicht abschließend identifiziert ist. Unter Umständen sind diese Zähne nicht nur kariesanfälliger, sondern auch stark temperaturempfindlich. Kommen Sie gerne zeitnah in die Praxis, damit wir mit Ihnen Therapieoptionen besprechen können.